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Referenz · Netzwerk & IT-Sicherheit

Umgezogen ist das Büro. Die Altlasten nicht.

Ein Verwaltungsstandort mit gut 15 Arbeitsplätzen bezog eine komplette Büroetage in einem Bürogebäude. Mit umziehen sollte fast die ganze Technik, aber weder das alte Gateway ohne Sicherheitsupdates noch die Fernzugänge, über die das Netz von außen erreichbar war. Ich habe das neue Netz vorab eingerichtet, den Umzug geplant und durchgeführt und hinterher alles nachgeprüft.

Dunkles Hero-Bild mit der Überschrift „Umgezogen ist das Büro. Die Altlasten nicht.“ Rechts eine Karte mit den sechs Netzzonen Verwaltung, Mitarbeitende, Backup, Tresor, Drucker und Gast und einer Liste der Firewall-Regeln: fünf gezielte Freigaben, darunter genau ein Port vom Backup zum Tresor, und als letzte Regel „Sperren: jede Zone zu jeder Zone“.
01Ausgangslage

Neue Etage, alte Baustellen.

Am alten Standort lief ein Gateway, für das der Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr liefert. Von außen kam man über ein VPN mit einem gemeinsamen Konto ins Netz, die Cloud-Sicherung lief über eine Portweiterleitung. Beides blieb beim Umzug zurück.

Weiterlaufen sollte alles außer dem Gateway: Switche, Access Points, die beiden NAS und die Drucker. Ein Stockwerk am alten Standort blieb bis zum Jahresende in Betrieb und brauchte nach dem Abbau weiter ein eigenes Netz mit WLAN und Drucker. Dazu kam der Internetanschluss. DSL lieferte am neuen Standort nicht die nötige Bandbreite, und Glasfaser gab es dort noch nicht.

02Lösung

Erst eingerichtet, dann umgesteckt.

Bevor am alten Standort das erste Kabel gezogen wurde, war das neue Gateway fertig eingerichtet, eine UniFi Dream Machine SE. Sie teilt das Netz in sechs Bereiche mit je eigener Firewall-Zone. Zwischen den Zonen ist gesperrt, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Die Begehung der Etage hatte vorher gezeigt, dass die vorhandenen Netzwerkdosen reichen. Ins Internet geht es über einen Kabelanschluss mit fester IP-Adresse, dessen Router nur noch als Modem arbeitet.

Gesichert wird in zwei Stufen. Ein NAS sichert die Microsoft-365-Umgebung und einen Server in der Cloud. Ein zweites NAS legt davon jeden Tag ein vollständiges Abbild ab und steht in einem eigenen, abgeschotteten Netz. Hinein kommt nur der Sicherungsdienst, über genau einen Port. Welches Gerät die Verbindung aufbaut, habe ich in der Dokumentation des Herstellers nachgelesen, statt es anzunehmen. Freigegeben ist diese eine Verbindung, sonst nichts.

  • Sechs getrennte Netze: Verwaltung, Mitarbeitende, Backup, Tresor, Drucker und Gäste
  • Im Druckernetz erreichen Mitarbeitende nur das Drucken und die Weboberfläche der Geräte, Gäste kommen nur ins Internet
  • Die Microsoft-365-Sicherung umfasst Postfächer, SharePoint und OneDrive; neue Postfächer und Teams kommen automatisch dazu
  • Das Tresor-NAS darf ins Internet nur für Updates, die Uhrzeit und Warnmails
  • Zwei getrennte WireGuard-Zugänge statt des alten VPN: einer für die Administration mit eigenem Schlüssel je Gerät, einer nur für die Cloud-Sicherung mit Zugriff auf genau zwei Ports
  • Abbau am alten Standort nach schriftlichem Ablaufplan; das verbleibende Stockwerk lief danach eigenständig weiter
  • Bis der Festnetzanschluss geschaltet war, lief die neue Etage acht Tage über Mobilfunk
  • Meldet das Gateway einen Ausfall, wird daraus automatisch ein Ticket im Helpdesk
03Ergebnis

Keine einzige Portweiterleitung mehr.

Die beiden NAS erreicht man von außen nur noch über WireGuard. Den Fernwartungsdienst des Herstellers habe ich entfernt, sobald der eigene Zugang getestet war, und SSH auf Switchen und Access Points ist abgeschaltet. Über den neuen Anschluss kommen gemessen 894 Mbit/s im Download an.

Nach dem Umzug habe ich jede Einstellung gegengelesen. Dabei fiel ein Fehler auf, der leicht durchrutscht: Das Tresor-NAS fragte noch den Namensserver des alten Standorts, deshalb liefen Warnmails und Updateprüfung ins Leere. Inzwischen meldet es sich wieder und läuft auf der aktuellen Systemversion.

6
getrennte Netze mit eigener Firewall-Zone
0
Portweiterleitungen am neuen Gateway
1
Port zwischen Backup und Tresor
894Mbit/s
im Download gemessen

Steht bei euch ein Umzug an?

Ein Umzug ist ein guter Anlass, alte Zugänge und gewachsene Netze aufzuräumen. Ich richte das neue Netz vorher ein, ziehe es mit euch um und prüfe es danach durch. Erzähl mir, wann es losgeht und was mitkommen soll.